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Vorsorgen mit Fonds: Wege zum Vermögensaufbau //

In Zeit­en niedrig­ster Zin­sen ist ein real­er Ver­mö­gen­sauf­bau eine echte Her­aus­forderung. Sind aber Fonds oder Fond­spo­li­cen das aus­sicht­sre­ichere Anlageve­hikel? Und los­gelöst davon:  Wer soll die „Ertragsmo­toren“ bes­tim­men und warten? Dies sind lebenswichtige Fra­gen. Denn wer heute keine Antworten darauf find­et, wird das Ver­mö­gen­sziel nicht erre­ichen und auf einen genüsslichen Lebens­abend verzicht­en müssen.

von Kay Schelauske
 

Die Bun­des­bürg­er set­zen bei der Ver­mö­gens­bil­dung auf die falschen Pferde. Dies zeigt erneut die jüng­ste Sta­tis­tik der Deutschen Bun­des­bank: Danach hat sich das Geld­ver­mö­gen der pri­vat­en Haushalte in Deutsch­land Ende des ersten Quar­tals dieses Jahres auf rund 5,2 Bil­lio­nen Euro erhöht. Das Plus im Umfang von 49 Mil­liar­den Euro resul­tiert vor allem aus einem Anstieg beim Bargeld und den Bankein­la­gen auf über zwei Bil­lio­nen Euro und gestiege­nen Ansprüchen gegenüber Ver­sicherun­gen auf derzeit knapp 1,6 Bil­lio­nen Euro. Um lediglich gut sechs Mil­liar­den Euro klet­terte hinge­gen das in Aktien, Invest­ment­fonds und son­sti­gen Beteili­gun­gen gehal­tene Ver­mö­gen und ver­har­rt in der Summe unter der Bil­lio­nen­schwelle. Per Sal­do set­zte sich damit die bei pri­vat­en Haushal­ten schon länger zu beobach­t­ende Präferenz für liq­uidere und risikoarme Anlage­for­men fort, bew­ertete die Bun­des­bank diesen anhal­tenden Trend.
Warum lassen sich Spar­er von ihren Banken mit Mini-Zin­sen abspeisen, die vielfach noch nicht ein­mal die Infla­tionsrate aus­gle­ichen? Aus Angst vor Wertver­lus­ten und einem gefühlten Man­gel an Alter­na­tiv­en, bericht­en vielfach Ver­mit­tler. So wird das Geld ver­meintlich sich­er bei der Bank gehort­et oder schlicht aus­gegeben. Freude bere­it­et nur Let­zteres. Denn die Mini-Zin­sen der Kred­itin­sti­tute gle­ichen noch nicht ein­mal die Teuerungsrate aus. Laut Sta­tis­tis­chem Bun­de­samt stiegen die Ver­braucher­preise im Durch­schnitt des Jahres 2013 um 1,5 Prozent. Auch wenn die Infla­tion­srate jet­zt geringer ist – an der Prob­lematik wird sich mit­tel- bis langfristig nichts ändern.

 

Was das für den per­sön­lichen Leben­sall­t­ag bedeutet, wird schnell deut­lich, wenn man sich anschaut, wie sich beispiel­sweise Lebens­mit­tel in 30 Jahren ver­teuert haben. So kostet ein Kilo­gramm Brot statt 1,45 inzwis­chen 3,40 Euro und der Preis eines hal­ben Liter Biers ist von 48 Cent auf 3,10 Euro gestiegen, so die Berech­nun­gen der Deutschen Gesellschaft für Ruh­e­s­tand­spla­nung (DGFRP). Die Kon­se­quenz: Wer ein Ver­mö­gen real – also unter Berück­sich­ti­gung des Kaufkraftver­lustes – langfristig schaf­fen will, sollte sich von Spar­briefen und Ter­min­geldern ver­ab­schieden und nach Alter­na­tiv­en Auss­chau hal­ten. In Zeit­en niedrig­ster Zin­sen ist dies wahrlich nicht ein­fach, aber alle­mal lohnend.

 

Aus­gangspunkt ist immer das per­sön­liche Chance-Risiko-Pro­fil. Dessen muss sich der Spar­er auch im Gespräch mit seinem Berater stellen. Je stärk­er dann das Sicher­heits­be­wusst­sein aus­geprägt ist, desto größer wird der Anteil fest verzinslich­er Wert­pa­piere in seinem Port­fo­lio aus­fall­en. Die Anforderung: In diesen Niedrigzin­szeit­en lässt sich mit als sich­er gel­tenden soge­nan­nten Invest­ment Grade-Staat­san­lei­hen kein Blu­men­topf gewin­nen.

 

Was sind also die Alter­na­tiv­en? Mar­co Grze­sik, Senior Vice Pres­i­dent bei Pim­co Deutsch­land und ver­ant­wortlich für das Glob­al Wealth Man­age­ment in Deutsch­land und Öster­re­ich, emp­fiehlt Staat­san­lei­hen von Schwellen­län­dern, da sich dort die fun­da­men­tal­en Dat­en oft­mals noch nicht ver­schlechtert haben, die Wert­pa­piere aber durch jüng­ste Mark­tko­r­rek­turen attrak­tiv gewor­den sind. Bei Schwellen­län­der­an­lei­hen auf Basis lokaler Währun­gen soll­ten Anleger bedenken, dass die Währungskom­po­nente nicht nur zusät­zliche Chan­cen, son­dern auch Risiken bein­hal­tet. Mit Blick auf die Kupon-Zahlun­gen für eben­falls inter­es­sant hält der Pim­co-Anlage­ex­perte hypotheken­gesicherte Anlei­hen aus den USA sowie Anlei­hen von Unternehmen vor­rangig aus Wach­s­tumssek­toren, da das Seg­ment ins­ge­samt in der jüng­sten Zeit gut gelaufen ist. Hochzins- und Nachran­gan­lei­hen kämen lediglich als Beimis­chun­gen in Frage. Ide­al umge­set­zt wer­den diese Strate­gien in „Income Funds“, die glob­al in eine bre­ite Palette von festverzinslichen Wert­pa­pieren investieren.

 

Als ergänzende Port­fo­lio-Strate­gien bieten sich nach Mei­n­ung des Anlage­ex­perten Fonds mit „Absolute Return Invest­ment Grade-Anlei­hen­strate­gien“ an. Hier kann das Fonds­man­age­ment in eine bre­ite Palette von Sek­toren und Rest­laufzeit­en investieren und bei ein­er neg­a­tiv­en Dura­tion sog­ar bei stärk­eren Zin­ser­höhun­gen prof­i­tieren. „Dadurch kann der Man­ag­er seinen Fonds bei möglichst geringer Volatil­ität und ein­er Ziel­ren­dite von drei Prozent durch die Unwet­ter der Kap­i­talmärk­te manövri­eren“, sagt Grze­sik und ergänzt, dass Lan­gläufer daher eher gemieden wer­den soll­ten. Gewichtet nach der Risikobere­itschaft soll­ten Aktien dann den Gegen­part im Port­fo­lio spie­len.

 

Genau damit tun sich die deutschen Spar­er wieder schw­er­er. Seit der Jahrtausendwende haben fast vier Mil­lio­nen Bürg­er dem Aktien­markt den Rück­en gekehrt. Im Jahr 2013 waren es, nach Angaben des Deutschen Aktienin­sti­tutes (DAI), rund 600.000 Men­schen. Beson­ders die schlecht­en Erfahrun­gen aus den ver­gan­genen Börsenein­brüchen sollen dem­nach eine wesentliche Ursache dafür sein. Bei jahrzehn­te­lan­gen Anlage­hor­i­zon­ten ver­lieren Kur­sein­brüche und ‑schwankun­gen hinge­gen an Bedeu­tung. Mehr noch: Bei regelmäßi­gen Spar­rat­en kön­nen Anleger sog­ar einen besseren Durch­schnittspreis beim Fond­skauf erzie­len (soge­nan­nter Cost Aver­age-Effekt). Rat­sam ist, den Großteil des Aktienex­po­sures in glob­alen Aktien­fonds zu investieren. Denn dem Per­for­manceer­folg in ein­er Region von heute fol­gt oft ein Ver­lust von mor­gen. So haben Aktien in Schwellen­län­dern seit 2006 in drei Jahren Ver­luste erlit­ten, in fünf Jahren aber pos­i­tive Wertzuwächse erzielt.

ETF sind glob­al die beste Wahl

„Ger­ade bei Aktien­fonds soll­ten Fond­san­leger mit langfristigem Anlage­hor­i­zont trotz der Kurss­chwankun­gen investiert bleiben und sich nicht im Mar­ket­tim­ing ver­suchen“, emp­fiehlt Ali Masar­wah. Das unter­mauern auch die langfristi­gen Ergeb­nisse von Aktien­­fonds-Sparplä­nen über zehn, 20 und 30 Jahre. Bei der Frage, ob pas­siv oder aktiv gem­anagte Fonds vorzuziehen sind, kommt es auf den Fonds bzw. die Fonds­gruppe an, betont der Chefredak­teur bei Morn­ingstar Deutsch­land, Öster­re­ich und Schweiz. So gebe es zwar viele Fonds­man­ag­er, die einen guten Job machen und den Mark­tin­dex schla­gen. Bei glob­al investieren­den Fonds und US-Stan­dard­w­erten dürften Anleger aber mit einem ETF die bessere Wahl tre­f­fen. „Bei etlichen Stan­dard­w­ertekat­e­gorien haben wir beobachtet, dass Index­fonds in unserem quan­ti­ta­tiv­en Rat­ing die Höch­st­note von fünf Ster­nen erhal­ten. Das bedeutet, dass sie ein besseres Ren­dite-Risiko-Pro­fil aufweisen als 90 Prozent der größ­ten­teils aktiv­en Fonds in dieser Ver­gle­ichs­gruppe.“

Für das Sicher­heits­bedürf­nis des Anlegers kann es notwendig sein, ger­ade die Aktien­seite mit Garantien zu sich­ern, z.B. in Form der Absicherung der Beitragssumme. Carsten Roemheld, Kap­i­tal­mark­t­stratege bei Fideli­ty World­wide Invest­ment in Deutsch­land, betont aber: „Garantien kosten Ren­dite. Denn sie führen dazu, dass große Teile des Kap­i­tals in ver­meintlich risikofreie Anla­gen investiert wer­den, die nur min­i­male Ren­diten erwirtschaften kön­nen. Alter­na­tiv müssen Teile des Kap­i­tals für Absicherun­gen aufge­bracht wer­den, die eben­falls entwed­er direk­te Kosten verur­sachen oder Rendite­potenziale aufgeben.“

 

„Garantien kosten immer Ren­dite, das lässt sich an jedem x‑beliebigen Pro­dukt zeigen“, bestätigt Ralf Huber, Prokurist und Finanz­fach­wirt bei der DGFRP. Beim Ver­mö­gen­sauf­bau set­zt man deshalb auf aktiv gem­anagte Fonds-Depots bei der Lux­em­burg­er Fond­splat­tform und fonds­basierten Ver­mö­gensver­wal­tung Moven­tum – fest aufgeteilt nach ver­schiede­nen Chance-Risiko-Pro­filen, deren Aufteilun­gen vierteljährlich über­prüft wer­den. „Kun­den kom­men so viel schneller und ohne Nachteile an ihr Geld“, sagt der Prokurist und ergänzt: „Die Kosten sind deut­lich geringer als bei Fond­spo­li­cen, schon wegen der Zillmerung, also der Pro­vi­sion­ierung.“ „Größ­ten­teils liegen die Kosten bei Fond­spo­li­cen zwis­chen einem und drei Prozent und im schlimm­sten Fall auch mal über vier Prozent“, ergänzt Car­los Reiss, Grün­der und Geschäfts­führer des Ver­sicherungs­mak­lers Hoesch & Part­ner – und dies ist ger­ade in diesen Niedrigstzin­szeit­en beachtlich.

 

„Drei bis vier Mal pro Woche komme ich mit Men­schen zusam­men, die mir ihre Fond­spo­li­cen zeigen, die sie seit acht, zehn oder 15 Jahren besparen. Ihr Ver­tragsguthaben ist ger­ade ein­mal so hoch wie die Summe der eingezahlten Beiträge oder ein biss­chen höher, obwohl die Aktien­märk­te sehr gut gelaufen sind“, sagt Dierk Maß­mann, Abteilungsleit­er für den Bere­ich Altersvor­sorge und Ver­mö­gen­sauf­bau bei den Kiel­er Ver­sicherungs­mak­lern Eck & Oberg. Auch seine Haup­tkri­tik gilt den hohen Kosten von Fond­spo­li­cen, denn sie lassen den Kun­den „keine Chance, an ein­er Ren­dite zu par­tizip­ieren, sofern sie über­haupt erzielt wird“.

Lesen Sie die ganze Titel­sto­ry in der Print-Aus­gabe 03/2014 von FONDS exk­lu­siv.